Digitale Revolution und technischer Wandel

by Oliver Schmid on 9. September 2010

Die digitale Revolution basiert auf der Erfindung des Mikrochips und dessen stetiger Leistungssteigerung (Mooresches Gesetz), der Einführung der flexiblen Automatisierung in der Produktion und dem Aufbau weltweiter Kommunikations-Netze wie dem Internet. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch die allgemeine Computerisierung. In den 1980er Jahren begannen Computer nicht nur in Beruf und Forschung, sondern auch im privaten Bereich Anwendung zu finden, teilweise kamen grafische Benutzeroberflächen zum Einsatz, die den herkömmlichen Schreibtisch imitierten. Anfangs noch Spielzeug der Hacker, wurde der Heimcomputer bald zum geschätzten Werkzeug, das ebenso selbstverständlich verwendet wird wie Telefon und Fernsehen. Der Computer ist heute am Arbeitsplatz, in Wissenschaft, Erziehung und vielen weiteren Bereichen selbstverständlich geworden. Eine entscheidende Rolle nehmen dabei die so genannten digitalen Güter (Software und digitale Informationen) ein. Diese unterscheiden sich von klassischen, materiellen Produkten (z.B. Hardware) dadurch, dass sie beliebig oft benutzt oder kopiert werden können, ohne sich zu verbrauchen und unabhängig davon, wie viel Arbeit in ihnen steckt. Digitale bzw. nachträglich digitalisierte Güter lassen sich vor allem über das Internet kostengünstig und direkt verteilen oder an Kunden verkaufen. Das hat insbesondere im Medienbereich einen entscheidenden Einfluss auf klassische Vertriebswege. Neben neuen Mitbewerbern erwächst dem Handel hier weitere Konkurrenz durch frei verfügbare Güter oder die illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials, z. B. mittels Filesharing-Plattformen. Diesem Umstand wird versucht, mittels Ausdehnung des Patentrechts und internationalen Abkommen (wie z.B. TRIPS) zu begegnen, die Geistiges Eigentum an Software und Informationen sichern sollen. Dem steht das Konzept der Freien Software entgegen. Die neue Technik erbrachte auch Gefahren datennetzbezogener Katastrophen (D-Gefahren), ein Arbeitsfeld des Katastrophenschutzes. In der ersten Moderne wurde die Muskelkraft (siehe auch Pferdestärke) durch die Dampfmaschine (siehe auch Watt) ersetzt. In der zweiten Moderne wird die Denkleistung des Menschen (s. a. IQ) durch die Maschine (s. a. KI) ersetzt. Ein Beispiel dafür sind Schachcomputer wie Deep Blue oder Hydra, die von kaum einem Menschen mehr sicher bezwungen werden können. Eine Kombination aus technischer Kraft und technischer Denkleistung ist der Roboter. Industrieroboter verdrängen mehr und mehr den Menschen aus der industriellen Produktion. Gleichzeitig entstehen komplett neue Industriezweige. So war das Mobiltelefon erst mit Computereinsatz (Schaltung von Verbindungen) realisierbar. Der Anfang war die Entwicklung des Computers in den 1940er Jahren. Nur mit Hilfe des Computers wurde die Raumfahrt in den 1960er Jahren möglich[2]. 1967 wurde der Taschenrechner entwickelt. Mit dem PC wurde der Computer in den 1970er Jahren für jedermann erschwinglich. In den 1980er Jahren kamen das Global Positioning System (GPS) sowie multimediale Neuerungen, wie die CD und der analoge Videorekorder, in den 1990er Jahren das Mobiltelefon, der Roboter, das Internet, die DVD, die Kernspintomographie bzw. bildgebende Verfahren, Computeranimation insbesondere für Simulationen und in der Filmkunst. 1996 konnte erstmals eine Maschine (Deep Blue) den amtierenden Schachweltmeister in einer Partie schlagen. Es folgten Digitalkamera, Videokamera, Digitalfernsehen, Digitalradio, Navigationssystem, RFID. Alleine das Internet – die Vernetzung fast aller Computer – entwickelt sich mehr und mehr zum ersten Kommunikationsmedium und vereinnahmt oder ersetzt nach und nach traditionelle Medien wie Printmedien (siehe auch Zeitung), Telefon (siehe VoIP), Radio (siehe Webradio), Fernsehen (siehe IPTV), Fax und Brief (siehe E-Mail), und entwickelt ganz eigene, bis dahin unbekannte Formen wie Suchmaschinen, Versteigerungsbörsen, “Mitmach”-Enzyklopädien, Diskussionsforen, Wikis usw. Mit dem Internet startet das Informationszeitalter. Die digitale Revolution ist nicht abgeschlossen. Ein großes Potential wird z. B. noch bei der Entwicklung der Roboter gesehen.[3] Als Beispiel rechnet Ian Pearson, Chef-Futurologe bei British Telecom, ab 2020 mit Maschinen mit Bewusstsein.

Webtip: Spannendes Männermagazin ps.de

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